Der Druck – ein Blick zurück

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Stellen Sie sich vor: Sie schieben zuhause einfach Papier in den Drucker und drucken noch schnell ein wichtiges Schreiben aus. Oder fehlt noch ein Farbfoto? – Kein Problem! Gehen Sie einfach ein zweites Mal auf den Button Drucken und keine Minute später halten Sie das fertige Dokument in den Händen.

Heutzutage können wir uns unserer Welt ohne einen Drucker nicht mehr vorstellen. Egal, ob Kalender, Eintrittskarten oder Plakate. Sie sind einfach nicht mehr wegzudenken. Denn die Erfindung des Drucks hat das Publizieren von öffentlich zugänglichen Medien wie auch Bücher oder Zeitungen und damit das Leben der Menschen stark verändert und erleichtert. Seither erfolgte dadurch ein schneller allgemeiner Austausch von Gedanken und Ideen, eine Art Globalisierung des Denkens fand statt.

Früher Buchdruck in Asien

Der Buchdruck an sich hat sich im alten China herausgebildet. Im Verfahren des Holztafeldrucks, bei dem jedes Schriftzeichen spiegelverkehrt in ein Holzstück geschnitten wurde, sodass sich erhabene Linien bildeten, die eingefärbt wurden und den auf Papier abgeriebenen Text durchdruckten, entstand am 11. Mai 868 das so genannte Diamant-Sutra. Es gilt als das erste mit Sicherheit zu datierende Buchdruckerzeugnis der Menschheitsgeschichte. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Hochdruckverfahren in China verwendet. Allerdings erfand bereits um 1040 n.Chr. ein chinesischer Schmied einen beweglichen Druckstempel aus Keramik.

Der Durchbruch in Europa

Die Technik des Holztafeldrucks wurde im 15. Jahrhundert schließlich durch die Erfindung des modernen Buchdrucks verdrängt. Johannes von Gutenberg führte um 1440 ein komplett maschinenbetriebenes Drucksystem mit beweglichen metallenen Lettern ein. Dies leitete die Demokratisierung der Schaffung und Verbreitung von Informationen ein, da seine Druckerpresse den Buchdruck revolutionierte. Denn das gedruckte Buch wurde damit zum Massenartikel und sorgte für die Entstehung und Entfaltung der Wissensgesellschaften. Bis dahin war es für Johannes von Gutenberg allerdings ein weiter Weg.

Der oft in Geldnot geratene Sohn einer Patrizierfamilie brauchte zur Verwirklichung seines Traumes mehr als zwanzig Jahre und musste immer wieder Rückschläge hinnehmen. Denn Gutenberg brauchte ständig viel Geld: zum Bau der Druckerpressen, für das Metall der vielen tausend Druckbuchstaben, für Papiere und Farbe, für große Räume zum Aufstellen der Pressen, zum Lagern der Papiervorräte, zum Aufhängen und Trocknen der frisch gedruckten Papierbögen und zum Bezahlen der etwa 20 für ihn arbeitenden Handwerker. Zusätzlich verklagten ihn auch immer wieder Männer, denen er das von ihnen geliehene Geld nicht zurückzahlen konnte.

Erst durch die Hilfe eines guten Freundes gelang ihm der Durchbruch: die 42-zeilige Bibel.

Der Fortschritt steht nicht still

Durch die Weiterentwicklung der Druckmaschinen wie das Ablösen der handbetriebenen Druckerpresse Gutenbergs durch die dampfbetriebene Schnellpresse und auch die Verbesserungen im Verfahren der Papierherstellung war man ebenfalls bestrebt, die vergleichbar langsame Arbeitsweise des Handsatzes nun auch durch Maschinen zu ersetzen. Deshalb versuchte man die Geschwindigkeit des Setzvorgangs am Flaschenhals zu beschleunigen. So kam es, dass William Church 1822 die erste Typensetzmaschine erfand, bei der aber dennoch teilweise mit der Hand gearbeitet werden musste. Erst die von James Paige 1872 entwickelte Maschine war in der Lage, automatisch die Satzzeilen ausschließen und den Satz ablegen zu können.

Durch den ständigen Wunsch, Papier schneller und effizienter bedrucken zu können, gelang es William Bullock um 1865 die erste einwandfrei und vollautomatisch ablaufende Rotationsmaschine zu bauen. Denn er setzte als erster zwei Druckzylinder ein, die sich ständig gegenläufig bewegten und nur durch den Druckstoff voneinander getrennt waren.

Somit ist diese Maschine der Vorreiter für den heutigen Offsetdruck, der vor allem bei hohen Auflagen, wie es in der Zeitungs-, Bücher-, Werbe- und Verpackungsbrange der Fall ist, Verwendung findet.

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