Farbe: Der Eyecatcher Kontrast (1)

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Farben begleiten uns tagtäglich. Sie sind überall und ohne sie würde sich das Leben von fast allen Menschen trostlos anfühlen. Gerade Werbefachleute setzen deshalb Farben gezielt für ihre Marketingzecke im Druckbereich, im Bereich der Produktgestaltung, im Verpackungs- und Werbeartikeldesign oder in der Raumgestaltung ein.

Aber auch für Künstler spielen Farben eine wichtige Rolle. Denn man kann nicht nur einzelne Farbtöne verwenden, um eine bestimmte Wahrnehmung zu erzielen. Oft setzt man sowohl in der Kunst als auch in der Werbebrange auf Kontraste, die durch ihre unterschiedliche Wirkungsweise starke Emotionen und sogar Erinnerungen auslösen können. Somit haben also auch Farbkontraste unmittelbaren Einfluss auf das Leben und Wohlbefinden eines Menschen.

Im heutigen Beitrag stellen wir Ihnen deshalb die ersten 3 von insgesamt 7 versch. Möglichkeiten vor, aus welchen Farben ein Kontrast entstehen kann. Schließlich ist das Auge bzw. die visuelle Wahrnehmung der dominanteste Sinn des Menschen.

Was ist ein Kontrast?

Der Begriff Farbkontrast leitet sich aus dem Lateinischen ab: contra bedeutet “gegen” und stare kommt von “stehen”. Wenn also zwei Dinge, die verschieden sind, in der Wahrnehmung aufeinander treffen, spricht man von einem Kontrast. Entwickelt wurde diese Systematik von Johannes Itten, der die wichtigsten Aspekte der Farben in Hinsicht auf ihre Wirkung zusammenfasst, wobei er davon ausging, dass Farben sich gegenseitig beinflussen und im Blickfeld voneinander abhängig sind.

Hell-Dunkel-Kontrast

Der härteste und eindeutigste Kontrast kommt meist bei den unbunten Farben Schwarz, Weiß und Grau, aber auch im gleichen Maße durch eine unterschiedliche Farbhelligkeit bei den Buntfarben vor. Die extremste Form des Hell-Dunkel-Kontrasts entsteht, wenn man die Farbe Weiß der Farbe Schwarz gegenüberstellt. Besonders gerne wird dieser Kontrast in der Fotografie, aber auch in Kunst bei Bleistift- oder Kohlezeichnungen verwendet. Denn dadurch wird dem Künstler eine schier endlose Gestaltungsvielfalt ermöglicht. Generell gilt: Je dunkler die Schattenpartien und je heller die beleuchteten Zonen, umso stärker ist der Kontrast in einem Bild. Durch den Hell-Dunkel-Kontrast werden die Teile eines Bildes gewichtet, denn es dient zur Betonung von Formen und erzeugt Körperlichkeit  und Dreidimensionalität.

Hell-Dunkel-Kontraste sind besonders für die Gestaltung sowohl von Printmedien als auch für die Bildschirmgestaltung der wichtigste Kontrast.

helldunkel

Farbe an sich-Kontrast

Das menschliche Auge kann Licht mit einer Wellenlänge von 380-750 nm wahrnehmen, sprich den Bereich von rotem bis violettem Licht. Das macht den “Farbe an sich-Kontrast” zum vielleicht wichtigsten und zeitgleich aber einfachsten Farbkontrast, der keine großen Ansprüche an die Farbbeobachtung stellt. Er entsteht, sobald man mindestens zwei Farben in reiner, ungebrochener Form zusammenkommen lässt. Ein starker “Farbe an sich-Kontrast” wirkt meist bunt, laut und kraftvoll und ist am intensivsten, wenn die reinbunten Farben Rot/Magenta, Gelb und Blau/Cyan im Dreiklang verwendet werden. Zusätzlich gilt: Je größer die Zahl der eingesetzten Farben ist, umso mehr Variationen sind möglich.

Da “Farbe an sich-Kontraste” aus großer Entfernung wahrgenommen werden können, werden sie meist wegen ihrer Signalwirkung für Warnhinweise, Sicherheit am Arbeitsplatz und Rettungsdienste eingesetzt.

Farbe_an_sich_Kontrast

Warm-Kalt-Kontrast

Dieser Kontrast ist künstlerisch sehr wichtig und beruht auf der pychologischen Wirkung bestimmter Farben, die eher als warm oder kalt empfunden werden. Durch solch eine Farbauswahl und deren Zusammenstellung werden Form, Aufbau und Ausdruck eines Bildes bestimmt. Diese Feststellungen waren Grundlage für das Entstehen von Ittens Farbkreis, den er in “warme” und “kalte” Farben einteilte. dabei sind die warmen Farben -bestehend aus gelb, gelborange, orange, rotorange, rot und rotviolett- rechts angeordnet , während sich die kalten Farben -bestehend aus gelbgrün, grün, blaugrün, blau, blauviolett und violett- auf der Linken Seite vorfinden. Da der Warm-Kalt-Kontrast direkt und emotional wirkt, ruft er beim Menschen verschiedenste, aber starke Empfindungen hervor. Den extremsten Kalt-Warm-Kontrast erzeugen die Farben Blaugrün und Rotorange miteinander, da die eine Farbe in der Tat eindeutig kalt und die andere eindeutig warm ist.

Besonders in der Werbung können durch die Kalt-Warm-Farbgebung Assoziationen mit folgenden Begriffen hervorgerufen werden:

  • beruhigend-erregend
  • dünn-dick
  • durchsichtig-undurchsichtig
  • fern-nah
  • feucht-trocken
  • schattig-sonnig
  • leicht-schwer
  • luftig-erdig

Warm_Kalt

In einem später folgenden Beitrag erfahren Sie mehr über den Komplementär-Kontrast, den Simultan-Kontrast, den Qualitäts-Kontrast und den Quantitäts-Kontrast!

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