Klebebindung bei Druckprodukten

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„Ich möchte eine Broschüre drucken lassen: Din A4 hoch, 120 Seiten. Welche Bindung ist denn sinvoll?“ Diese Frage wird häufig gestellt. Egal ob bei Abiturzeitungen, Broschüren, Katalogen oder Prospekten. Die gängigsten Bindungen sind die Rückenstichheftung, Ringösenheftung, Hotmelt- oder PUR-Klebebindung, Wire-O-Bindung und das Hardcover. Welche Bindung ist für welches Produkt sinnvoll? Natürlich muß das gewünschte Produkt Eigenschaften für die gedachte Verwendung erfüllen. Wenn man einen hochwertigen Katalog drucken lassen möchte, der auch visuell ansprechen soll, sollte man keine Wire-O-Bindung verwenden. Außerdem kommt es bei der Bestimmung der Bindungsart immer auf die Seitenzahl des zu druckenden Produkts an.

Die Klebebindung

Eine der am meisten verwendeten Bindungen ist die Klebebindung. Bei vielen Druckereien ist eine Klebebindung ab ca. 44 Seiten möglich. Das liegt daran, dass es bei einer Klebebindung einen Buchrücken gibt, der unter 44 Seiten einfach zu schmal ist und deshalb nicht sinnvoll.
„Wie funktioniert eine Klebebindung? Welche Klebebindung ist zu empfehlen? Was ist mit dem Kleber? Wird immer der gleiche verwendet oder gibt es Unterschiede?“ Diese Fragen werden oft gestellt und im Folgenden möchte ich darauf eingehen.

Pauschal kann man über die Klebebindung sagen, dass sie einzelne Seiten eines Druckproduktes mit dem Buchrücken verbindet. Die Klebemaschine trägt den Kleber auf den Rücken der Blattkanten auf. Generell kann man zwei Klebebindungen unterscheiden, die Hotmelt- und die Pur-Klebebindung. Die Klebebindung ist eine schnelle und kostengünstige Alternative bei Druckprodukten geworden.
Natürlich gibt es so viele unterschiedliche Druck- und Klebemaschinen, dass man nicht alle erklären kann. Aber grob zusammenfassen kann man den Prozess schon.

Verarbeitung

Gehen wir davon aus, einen Katalog zu drucken. Die Seiten des Katalogs werden auf einem Bogen gedruckt, Offset oder Digital, dann gefalzt und zusammengetragen. Dieser Block wird gerüttelt, so dass saubere Kanten entstehen und anschließend an die Klebemaschine übergeben. Der Block wird mit speziellen Zangen zusammengedrückt. Die Seite an die der Buchrücken kommt wird gefräst, damit der Kleber besser in die Papierfasern einziehen kann. Nun wird der Kleber aufgetragen und der Block in den Umschlag eingehängt. Zuletzt werden die drei Seiten des Buchblocks geschnitten, damit saubere Ränder entstehen.

Der Klebstoff bei Klebebindungen

Bei der Druckweiterverarbeitung kommt es meist darauf an, welche Eigenschaften das Produkt erfüllen soll. Die Besten und  qualitativ hochwertigsten Eigenschaften weist der Polyurethan-Klebstoff auf, PUR abgekürzt. Alternativ werden Dispersions- und Schmelzklebestoffe verwendet.
Der Dispersionsklebstoff kann für viele Einsatzzwecke und Papiersorten verwendet werden. Er ist recyclingfreundlich, was ein großer Vorteil ist. Aber er trocknet nur sehr langsam, da er aus einer Mischung von Kunstharzteilchen und Wasser besteht. Beim Trocknen entweicht das Wasser und die Teilchen bilden einen festen Film.

Der Hotmelt-Kleber

Die Hotmelt-Klebebindung besteht auch aus Kunstharzen, ist aber schon fest. Die Bezeichnung „Hotmelt“ läßt schon darauf schließen, dass dieser Kleber erwärmt und so flüssig wird. Der flüssige Klebstoff wird auf den Papierblock oder dem Katalog aufgetragen und härtet aus. Der Hotmeltkleber entfaltet seine Kraft schneller als ein Dispersionskleber, ist aber sehr hitzesensibel. Er eigent sich besser für gestrichenes Papier. Der Kleber ist sehr stabil, deshalb kann das flache Aufschlagen des Katalogs manchmal schwer fallen.

Der PUR-Klebstoff – Polyurethan-Klebstoff

Die Pur-Klebebindung ist auf dem Vormarsch. Wie bei der Hotmelt-Klebebindung wird bei der PUR-Klebebindung der Klebstoff ebenfalls erhitzt, damit  er seine Klebekraft entfalten kann. Beim Erhitzen ist eine geringere Temperatur notwendig als bei dem Hotmelt-Kleber. Dadurch werden Papier und Druckfarben eher geschont. Unter der Einwirkung von Luft- und Papierfeuchtigkeit wird der PUR-Klebestoff besonders stabil. Diese Eigenschaft läßt es zu, dass auch schwere und gestrichene Papiere sowie Folien verarbeitet werden können. Kein anderes Klebeverfahren erreicht höhere Klebekraft oder  ist Kälte- oder Hitzeresistent. Komplett ausgehärtet ist der PUR-Kleber nach 24 Stunden. Ein dünner Auftrag des Klebers reicht völlig aus und erleichtert somit das Aufschlagen der Seiten.

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